Anreise & Visa?
Nun einige Worte zur Anreise. Lufthansa bietet (leider!!) keine Direktflüge nach Quito an. Wer aber dennoch mit Lufthansa reisen möchte, hat die Möglichkeit von Frankfurt nach Cáracas (Venezuela) zu fliegen und von dort aus mit einem Anschlussflug (mit Avianca) über Bógota nach Quito weiterzufliegen (aber aus eigener Erfahrung würde ich diese Route weniger empfehlen). Alternativ fliegt KLM (über Amsterdam) und Iberia (über Madrid) täglich nach Quito, wobei die Iberia-Route die schnellere und angenehmere ist. Wer mit den 20 kg Gepäck bei Iberia nicht auskommen sollte, kann auch mit Continental Airlines über die Staaten (Miami oder Newark) fliegen, ist zwar nicht die kürzeste Strecke aber die 2 x 32 kg lohnen sich :-). Quitos Flughafen (Aeropuerto Mariscal Sucre) liegt mitten in der Stadt, deshalb scheint das Flugzeug beim Landeanflug beinahe in die Stadt zu stürzen (wohl wenige Städte wirken bei der Ankunft so spektakulär wie Quito). Das hat zur Folge, dass man während des Aufenthalts dann oft Landeanflüge aus nächster Nähe mitverfolgen kann (... aber die Ohrenschützer nicht vergessen!!!). Die auf 2.850 m Höhe in einem etwa 5 km breiten und 30 km langen Talkessel gelegene Stadt, geht auf den Einfallstraßen sogar noch höher hinaus. Irgendwie erwartet man in dieser Umgebung eher ein kleines Bauerndorf als eine Millionenstadt. Wie sich die hunderttausende Häuser in das Tal quetschen, ist dann auch ein unbeschreiblicher Anblick. Obwohl die Gegend sehr hügelig ist, wird mit sehr steilen Straßen auch die letzte Ecke noch erreich- und bewohnbar gemacht. Um nach Ecuador einreisen zu können, brauchen die meisten Nationalitäten ein Visa, aber das ist unkompliziert, da man am Flughafen automatisch ein Touristenvisum bekommt. Je nach Nationalität gilt dies dann 60 oder 90 Tage (90 Tage für Deutsche). Im Büro der Einwanderungsbehörde kann dieses dann um weitere 30 Tage verlängert werden. Das Einreisepapier mit Reisepass sollte in Ecuador immer mit sich geführt werden. Im Lande, hauptsächlich auf Überlandreisen, ist es durchaus nichts außergewöhnliches, in eine Polizei- oder Militärkontrolle zu geraten. Dabei müssen Pass und Einreisepapiere vorgezeigt werden. Sollten die Unterlagen nicht vollständig sein oder gar fehlen, könnte es zu größten Problemen kommen ... darüber könnte ich ein Buch schreiben ;-) bis hin zu einem Gefängnisaufenthalt. Daher ist es von großem Vorteil, vorher Kopien der beiden Dokumente anzufertigen (und unbedingt darauf achten das der Einreisestempel gut lesbar ist !!!!). Sollten die Papiere verloren gehen, ist es anhand der Kopien wesentlich einfacher Ersatzpapiere zu erhalten.

Wohin abends ausgehen?
Die meisten Bars befinden sich in La Mariscal, wo sich die große Mehrheit der Touristen aufhält. Einige Bars haben Live Musik; z.B. Salsa-Gruppen, Rockbands oder ecuadorianische folklorische Musik (mit Panflöten, Gitarren und einer kleinen Gitarre (charango). Aber auch die vielen Discotheken im "gringolandia" sind zweifellos einen Besuch Wert.
In vielen wird 'westliche' Musik gespielt. Ein absolut angesagter Treffpunkt ist die "Papillon Bar" - es wird alles gespielt auf das getanzt werden kann (auch Salsa & Merengue). Die Stimmung ist unbeschreiblich, es wird sogar auf der Theke getanzt - zwischen 18 und 20 Uhr ist Happy Hour (Eintritt frei !!!!). Absolutes Muss ist die Salsa-Disco Calí; Insider wissen, dass Calí in Kolumbien zu den Salsa-Hochburgen der Welt zählt. Es werden Salsa, Rumba, Merengue, Ballenato und Cumbia bis in die frühen Morgenstunden aufgelegt. Der Eintritt in die meisten Discotheken kostet etwa 2 Dollar oder weniger und schließt manchmal ein Getränk mit ein. Das beliebteste Getränk ist Bier. Eine große Flasche ecuadorianisches Pilsner Bier kostet ungefähr einen Dollar, aber viele Bars servieren auch billige Cocktails. Die meisten Ekuadorianer zieht es aber in die abseits gelegenen Salsa Clubs (salsotecas), in denen man auf sehr wenige Touristen trifft. Ein Besuch einer solchen Salsoteca ist ein wahres Vergnügen :-) Die Ecuadorianer sind gute Tänzer und Salsa ist die Musik, bei der sie die Hüften schwingen lassen. Es sollte auf jeden Fall ein Salsa-Tanzkurs gemacht werden, bevor man sich in die tanzende Menge stürzt :-) Tanzschulen gibt es in Quito genügend! Eine sehr schönes Café ist das "El Cafecito" mit akzeptablem Kaffee und leckerem Kuchen. Außerdem verfügt Quito über hervorragende Kino-Center europäischen Standards mit relativ aktuellem Filmangebot (z. B. Multicines CCI oder Cinemark). Die meisten Filme laufen im Original mit spanischen Untertiteln.

Wo kann man übernachten?
In Quito gibt es eine große Auswahl an Hotels (auch hospedaje oder hosteria auf Spanisch genannt). Die Mehrzahl der Hotels liegt im neuen Stadtzentrum. Die Gegend um die Amazonas und Colón. Unter dem Namen La Mariscal bekannt, ist der Ort, wo man die meisten Touristen antrifft, ebenso wie Restaurants, Internet-Cafés, Reiseagenturen, Bars und Discotheken. So hat La Mariscal auch den Spitznamen 'Gringolandia' erhalten. Quito hat mehrere Hotels 1. Klasse mit luxuriösen und kommerziellen Einrichtungen, wie zum Beispiel das Hotel Hilton Colón, Hotel JW Marriot oder Swissotel (alle *****). Viele preisgünstigere Hotels befinden sich in der Altstadt, aber die Mehrheit der Ausländer zieht es vor, in La Mariscal zu bleiben, aus Sicherheitsgründen (die Altstadt ist nicht gerade die sicherste Gegend um zu wohnen!). In La Mariscal gibt es zahlreiche "Hostals" für Rei-sende mit geringerem Budget. Oft haben die Hostals auch mehr WG- als Hotelcharakter. Man zahlt etwa 5 bis 8 Dollar für ein sauberes und angenehmes Hotel mit gemeinsamen Badezimmer. Mit einem oder zwei Dollar mehr bekommt man auch ein eigenes Bad. Es sollte auch unbedingt nachgefragt werden, ob es auch warmes Wasser gibt, ist nämlich nicht immer garantiert (im Gegensatz zu Guayaquil in Quito ein absolutes Muss!) Manch-mal kann man sogar einen günstigeren Preis aushandeln, wenn man länger als eine Woche bleibt. Austauschstudenten und Praktikanten bevorzugen öfters ein Zimmer bei einer ekuadorianischen Familie. Würde ich auf jeden Fall für längere Aufenthalte empfehlen, ist nämlich eine gute Möglichkeit Land, Leute & Sprache besser kennen zu lernen. Viele solcher Wohnunterkünfte findet man in den Internet-Cafés ausgehängt. Mein Unterkunftstipp für Studis, Back-Packers und Interessierte: hier. Wer seine Wäsche nicht von Hand waschen möchte :-) sollte in einen der vielen Waschsalons (lavanderías) gehen, von mir zu empfehlen ist die "Lavandería Andrea" (Calama 354 y Juan León Mera).

Wie bewegt man sich innerhalb der Stadt?
Die öffentlichen Verkehrsmittel in Quito sind relativ günstig. Da Quito in einem Tal zwischen den Bergen liegt, ist die Stadt lang aber eng. Die maximale Distanz zwischen dem Norden und Süden Quitos beträgt 30 km, zwischen Ost und West dagegen nur 4 oder 5 km. Daher haben die meisten Busse eine Nord-Süd ausgerichtete Fahrroute. Die kleinen blauen oder rosafarbenen Busse werden populares genannt und kosten 20 Cents. Die roten Busse heißen especiales oder selectivos und kosten 25 Cents. Es gibt auch rosafarbenen Busse (interparroquiales) die Städte und Dörfer in der Umgebung von Quito anfahren. Der Preis ist hier von der Entfernung abhängig. Eine andere Möglichkeit, sich schnell und billig fortzubewegen ist der Trolleybus oder Ecovia (25 Cents), mit Nord/Südrichtung - dies sind elektrifizierte Buse, die auf den Hauptadern auf größtenteils eigenen Spuren einmal quer durch die Stadt fahren (man könnte dazu auch Straßenbahn sagen). Der "trole" fährt die 10 de Agosto von der Altstadt bis in den Norden entlang. La Ecovia fährt entlang der 6 de Diciembre. Haltestellen gibt es nur für den Trolleybus und den Ecovia, alle anderen Busse haben ihre Routen an der Windschutzscheibe angeschlagen. Ein- und Aussteigen kann man an beliebigen Stellen: einfach kurz den Arm ausstrecken, damit er etwas langsamer fährt, und aufspringen (die Türen sind immer offen). In den Busen, vor allem in dem Trolleybus ist Vorsicht geraten, da dort oft Taschendiebe am Werk sind. Die Taxen sind alle gelb und einige unter ihnen sehr alt. Tagsüber sollte man den Fahrer bitten, das Taxometer einzustellen. Der minimale Fahrpreis beträgt ein Dollar, was in etwa einer Fahrt von 12 Minuten entspricht. Nachts sind die Preise höher, und es ist ratsam, den Preis vorher auszuhandeln. Eine Fahrt vom Flughafen bis ins La Mariscal dürfte nicht mehr als vier Dollar kosten. Die Adressen in Quito werden mit zwei Straßennamen angegeben; Die gesuchte Adresse müsste sich nahe der Kreuzung von zwei Straßen befinden. Viele Adressen haben außerdem eine Hausnummer mit angegeben. Vom zentralen Busbahnhof Terminal Terrestre de Cumandá in Quitos Altstadt fahren zahlreiche Buse in fast alle Ecken des Landes. Über die Abfahrtszeiten der Busse informieren die Schalter der unzähligen Busgesellschaften-aber auch die Busfahrer oder -beifahrer schreien die Fahrziele üblicherweise aus, so dass es unproblematisch ist, den richtigen Bus zu finden. Im Busbahnhof ist das Gepäck immer im Auge zu behalten!

Wo kann man essen gehen?
Die Restaurants in Quito sind in der Regel billiger als in Europa und die Qualität variiert von gut bis ausgezeichnet. Ohne jeden Zweifel ist die ecuadorianische Küche es wert, probiert zu werden. Man kann in Quito aber auch mexikanische, französische, thailändische, israelische (oder sogar deutsche :-)) und viele weitere Restaurants finden. In den großen Shopping Malls (centros comerciales) findet man sogenannte "Fress-meilen" mit Junk-Food aller Art (Pizza Hut, KFC, Mayflowers etc.) Viele der ecuadoria-nischen Restaurants bieten ein festes Menü an, das günstiger ist, als wenn man von der Karte bestellt (auch meistens besser). Man bestellt einfach das "almuerzo" (Mittagessen)
oder die "merienda" (Abendessen). Ein Menü kostet wenige Dollars oder sogar noch weniger (80 Cents oder 1 Dollar) und schließt normalerweise eine Vorspeise und ein Getränk mit ein. Das Hauptgericht besteht oft aus Huhn (pollo), Reis (arroz) oder Pommes (papas fritas) mit einigen frittierten Bananen (platano frito). An Reis sollte man sich unbedingt gewöhnen, da es in Ecuador ständig und überall Reis gibt !!! Ecuadoria-nische Spezialitäten sind zum Beispiel "ceviche" (Meeresfrüchte) und "cuy" (gebratenes Meerschweinchen), das sehr lecker schmeckt ;-). Einige Restaurants haben sich auf Frühstücke spezialisiert (desayuno), die in der Regel aus Rührei, Brot, einem Café und Saft besteht und ungefähr einen Dollar kosten. Sehr oft rechnen die Restaurants Servicekosten, Trinkgelder und Steuern (IVA) zu ihren Preisen hinzu. Außerdem ist es nicht üblich getrennt zu bezahlen, bzw. es wird auch nicht gern gesehen - auch sehr ratsam ist es, immer viel Kleingeld in der Tasche zu haben, da es beim Wechseln von größeren Geldscheinen immer wieder Probleme gibt. Eines meiner Lieblingsrestaurants ist das "Mongo's" in der Calama y Juan León Mera (nahe Papaya-Net), dass ein sehr vielfältiges Buffet und leckere Gerichte anbietet. Mehr zum Thema Essen: hier.

Sightseeing in Quito?
Quito selbst ist eine zweigeteilte Stadt. Die koloniale Altstadt besteht aus unzähligen bedeutenden Bauten und Denkmälern, vor allem Klöster und Kirchen im Stil des Barock, wunderschönen alten Häusern und engen Gassen, die sich über das hügelige Land ständig hoch und runter schlängeln. Alt-Quito ist als erste Stadt überhaupt 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden. Neben Sightseeing ist die Altstadt mit ihrer Vielzahl an Straßenmärkten vor allem zum Shopping bestens geeignet. Das neue Zentrum Quitos ist auch das touristische, mit vielen Hotels, Restaurants, Museen und Shopping Malls. Die Hauptsehenswürdigkeiten in Quito bestehen aus dem Kloster von San Francisco aus dem 16.Jahrhundert; sowie der zugehörigen Kathedrale; die historische Gasse La Ronda, welche die besterhaltenste Straße in Quito ist; und El Panecillo ("kleiner Brotlaib"), ein Hügel mit einer fabelhaften Aussicht auf die Altstadt und der Statue der Jungfrau von Quito. Die Avenida Amazonas ist die Vorzeigestraße des modernen Quito und ein geeigneter Platz um sich in ein Straßencafé zu setzen und die Leute zu beobachten. Seit 2005 führt im Westen der Stadt ein Gondellift, der Teleferiqo, eine Flanke des Pichincha hinauf bis auf 4.100 Meter. Von dort aus hat der Besucher einen Ausblick auf Stadt und Bergpanorama. Im Komplex der Talstation befindet sich ein Einkaufszentrum und ein Freizeitpark.

 

> Stadtplan Quito <

Quito ['kito] ist die Hauptstadt von Ecuador und liegt 20 km südlich des Äquators in einem 2.850 Meter hohen Becken der Anden. Sie ist mit 1,84 Millionen Einwohnern die zweit-größte Stadt des Landes. Die Stadt liegt außerdem direkt am Fuße des aktiven Vulkans Guagua Pichincha (4.794 m).