Der Panama-Hut ist ein Hut, der mit der Hand aus feinem Toquilla-Stroh oder aus Pal-menfasern geflochten wird und anschließend mittels Feuchtigkeit, Wärme und Druck seine spezifische Form erhält. Je nach Dicke der Faser kann der Herstellungsprozess sehr langwierig und aufwendig sein, so dass feinste Panama-Hüte mehrere Tausend Dollar kosten können. Ein guter Panama-Hut lässt sich ohne Weiteres zusammengerollt in einer Balsaholz-Schachtel transportieren, ohne dass Fasern beschädigt werden. Der Panama-Hut wurde und wird in der Provinz Manabí und in der Provinz Azuay in Ecuador herge-stellt, Zentrum der Manufakturen ist die Stadt Montecristi und die Stadt Cuenca. In Cuenca sind die größten und bekanntesten Exporteure ansässig.

Über die Entstehung des Namens gibt es mehrere Theorien. So wurde er angeblich früher nur über Panama ausgeführt. Nach einer anderen Darstellung haben Arbeiter und Ingenieure nach der Fertigstellung des Panamakanals einige Exemplare nach Europa eingeführt. Möglicherweise waren aber auch ganz einfach Vermarktungsgründe eines Hut-Fabrikanten im Spiel, der den Namen "Panama-Hut" förderlicherer für den Verkauf hielt als "Ecuador-Hut". Der irrtümliche Name blieb bis auf den heutigen Tag erhalten, der wahre Herkunftsort der feinsten und elegantesten unter allen Strohhüten dieser Welt auch.

Herstellung
Das feine Stroh stammt von der grün-gelben, bis zu fünf Meter hohen Toquilla-Palme (Carloduvica Palmata). Alle drei Monate werden die dünnen langfaserigen Blätter mit der Machete geschnitten, immer dann wenn sie gerade dabei sind sich zu öffnen. Danach werden sie mit einem Kamm gestriegelt und 3 bis 4 Stunden in heißem Wasser gekocht. Dies nimmt den Fasern das Blattgrün, und macht es geschmeidig. Anschließend wird das Stroh auf einer Art Bügel an der Sonne getrocknet. Dieser Vorgang wird unter Umständen mehrmals wiederholt (vor allem bei den superfinos). Während der Sprühregenmonate von April bis August werden die Fasern auch künstlich getrocknet. Das in Montechristi verwen-dete Stroh wächst in erster Linie im 20 km westlich gelegenen Piles, ganz in Pazifiknähe. Dort wird es auch für die Flechtereien in Montechristi vorbehandelt.

Die mühevolle Flechtarbeit an einem einzigen superfino nimmt zwischen drei und sechs Monate in Anspruch. Diese “superfeinen” ultraleichten Qualitäts-Sombreros aus bestem Stroh werden viel enger und gleichmäßiger als die preiswerteren finos geknüpft, sind 100% wasserdicht, und die Allerfeinsten unter den Feinsten können durch einen Finger-ring gezogen werden, ohne dabei auszufransen oder ihre ursprüngliche Form zu verlieren. Jeder dieser Sombreros wird in einer originellen Hutschachtel aus Balsaholz mit ekuado-rianischem Flaggenaufdruck geliefert.

Auch in Chordelég, und anderen Orten der Cuenca-Region im südlichen Andenhochland, werden Panama-Hüte geflochten und in Balsaholz-Schachteln verpackt. Im Unterschied zu den Sombreros aus Montechristi erreichen diese aber nicht immer die gleiche Qualität. Ein echter Strohhut aus Manabí verkörpert zudem den Inbegriff der legendären, einer antiken Flechter-Tradition entstammenden tropischen Kopfbedeckung namens Panama.


von Volker Feser, Reisebuchautor

El Sombrero Fino de Panamá - Der feinste Strohhut der Welt