Das ecuadorianische Festland teilt sich in drei sehr unterschiedliche Regionen auf: Im Westen liegt das tropische Küstentiefland, die Costa. Östlich daran schließt sich die An-denregion, die Sierra, mit seinen schneebedeckten Vulkangipfeln an und erstreckt sich von Nord nach Süd. Das Amazonasgebiet Ecuadors, der Orient, kennzeichnen seine Tieflandregenwäldern. Berühmt ist die vierte Region Ecuadors: die Galápagos-Inseln.

2) Die Sierra
Die Anden Ecuadors durchziehen zwei von Nord nach Süd verlau-fende Hochgebirgszüge mit 30 Vulkanen, die "Cordillera Occidental" im Westen und die höhere "Cordillera Oriental" im Osten. Der höchste Berg ist der Chimborazo (6.310 m) gefolgt vom Cotopaxi (5.897 m). Zwischen den beiden Andenkordilleren
Ecuador ist aufgrund seiner gegensätzlichen Topographie eines der variationsreichsten Länder der Erde. Trotz seiner eindeutig innertropischen Äquatorlage stellt der kleinste unter den Andenstaaten eine Art “Landschaftsmuseum” dar, dass ein geradezu kon-tinentales Mosaik an Biozonen aufzuweisen hat. Die natürlichen Kontraste dieses “trop-andinen” Relief-Puzzles stehen in direktem Zusammenhang mit der jeweiligen Höhenlage. Um sich in eine ganz andere Gegend zu versetzen, braucht man nicht wie in anderen süd-amerikanischen Staaten Hunderte von Straßenkilometern zurückzulegen. Spektakulär wechselnde Landstriche sind in Ecuador oftmals nur eine Frage von wenigen Minuten. Wer es sich leisten kann, verspürt vielleicht den Wunsch, in jedem der äquatorialen “Klima-Stockwerke” ein Wochenendhäuschen bauen zu wollen: Unter Palmen am Sand-strand, in labyrinthartigen Mangrovensümpfen, im tropischen Regenwald, im dornigen Trockenurwald, im dampfenden Nebelwald, zwischen Baumkakteen in der Halbwüste, im Eukalyptuswäldchen eines saftig grünen Hochland-Tales, oder zwischen Pampagräsern auf windgepeitschtem páramo. Alle diese genießerischen Ziele können von Quito aus mit dem Auto in wenigen Stunden erreicht werden!

Geografische Lage

Regionen

Ecuador liegt im nordwestlichen Teil des südamerikanischen Subkontinents auf Höhe des Äquators (daher der Landesname). Es grenzt im Norden an Kolumbien, im Süden und Osten an Peru. Zu seinem Territorium gehören die rund 1.000 km westlich gelegenen Galapagos-Inseln, die durch ihre einzigartige Fauna, unter anderem die Galapagos-Echsen und Darwin-Finken, und die Forschungsreisen von Charles Darwin um 1835 be-rühmt wurden.

1) Die Costa
Das Küstentiefland umfasst etwa ein Viertel des Landes. Das nörd-liche Tiefland ist durch ein ganzjährig tropisch heiß-feuchtes Klima (Regenzeit Januar bis April) geprägt, da es vom Norden durch den Panamastrom beeinflusst wird. Hier gedeihen Kokos-palmen an den Stränden. Ganz im Norden in über 700 m Höhe
findet sich der Tieflandregenwald in Teilen der Provinzen Esmeralda und Pinchincha. Weiter im Westen der Costa durchzieht die bis zu 900 m hohe Cordillera Costanera das Land. Zuckerrohr- und Reisfelder, Bananen- und Kakaoplantagen, sowie Obstplan-tagen (Orangen, Mangos, Papayas, Maracuyas) verdrängten die natürliche Vegetation. Ähnlich sieht die Landschaft im südlichen Tiefland aus - allerdings wird es hier flacher und trockener. Geht man vom Äquator in Richtung Süden, gewinnt der kalte Humboldtstrom an Einfluss. Die Luftmassen über dem Pazifik sind wesentlich kühler und trockener, land-einwärts regnet es weniger. Trockenwälder, Savannen und wüstenähnliche Gebiete sind hier zu finden.
liegt der sogenannte "Altiplano", das innerandine Hochlandbecken auf 1.800 bis 3.200 m Höhe. Es ist 500 km lang und zwischen 20 bis 30 km breit. Bereits vor den Inkas wurde hier auf Grund des milden Klimas und der durch Vulkanasche fruchtbaren Böden Land-wirtschaft betrieben. Einziges Hindernis ist das unwegsame Gelände, weshalb an den Berghängen Terrassenfelder angelegt wurden. Im Norden dieses Beckens liegt die zweit-höchste Hauptstadt der Welt: Quito auf 2.850 m Höhe.
3) Der Oriente
Im Osten des Landes liegt das Amazonasgebiet mit seinen An-denausläufern und einer flachen Ebene mit Tieflandregenwäldern. Der tropische Regenwald umfasst ein etwa 120.000 qkm großes Gebiet mit seinen beiden größten Flüssen, Río Napo (850 km lang) und Río Pastaza, die zu den wichtigsten Zuflüssen des Amazonas
gehören. Sie entspringen beide im Andenraum, am Fuße des Cotopaxi.
4) Die Galápagos Inseln
Die 7.900 qkm großen Galápagos Inseln, bestehend aus 13 grö- ßeren und 6 kleineren sowie einigen Dutzend winzigen Inseln, stel-len die vierte Region Ecuadors dar und wurden wegen ihrer außer-gewöhnlichen Tierwelt mit Riesenschildkröten, Meerechsen, Seelöwen und Seebären, Landleguanen und Galápagos-Pinguinen
berühmt. Die Inselgruppe lagert 1.000 km entfernt vom Festland im Pazifik. Auf Isabela, der größten der Inseln (4.588 qkm), befindet sich der höchste Galápagos Berg, der 1.646 m hohe Vulkan Wolf, was schon auf den Ursprung des Archipels hinweist: vulkanische Tätigkeit. Die Inseln wurden 1959 größtenteils zum Nationalpark erklärt und strenge Schutzgesetze eingeführt, um das außergewöhnliche Archipel besser vor den mensch-lichen Einflüssen zu schützen. Charles Darwin landetet 1835 auf dem Archipel, es wurde sein wichtigstes Studienobjekt. Aus der Fauna und Flora gewann er neue Erkenntnisse und entwickelte die Evolutionstheorie, die Jahre später das bislang bestehende Welt-bild revolutionierte. Er stellte als erster fest, dass sich Lebewesen im Laufe der Zeit ver- ändern und neue Arten entstehen können.


von Volker Feser, Reisebuchautor

Topographie: Ecuador