Friedrich Heinrich Alexander Freiherr von Humboldt (* 14. September 1769 in Berlin; † 6. Mai 1859 in Berlin) war ein deutscher Naturforscher und Entdecker sowie auch ein Universalgelehrter, wie es nach ihm wohl keinen mehr gab und - angesichts der rasanten Entwicklung und Spezialisierung der Wissenschaft - nun auch nicht mehr geben wird. Er war Ethnograf, Anthropologe, Physiker, Geologe, Mineraloge, Botaniker, Vulkanologe und Philanthrop. Er begründete neue Disziplinen wie die Geografie, Klimatologie und Ozea-nografie. Auch wenn er viele Dinge im Detail erforscht hat, so hat er doch immer auf einer ganzheitlichen, vorurteilslosen Weltsicht bestanden. Seine Forschungsreisen nach Mittel- und Südamerika (1799-1804) und Zentralasien (1829) machten ihn bereits zu seinen Lebzeiten weltberühmt. Als sein Hauptwerk gilt der "Kosmos", eine Zusammenfassung des naturwissenschaftlichen Wissens seiner Zeit. Populär wurde auch sein Werk "Ansich-ten der Natur".

Kurzbiografie

Im Golf von Guayaquil fand er nicht nur seine Messwerte über kalte und warme Strömungs-verhältnisse bestätigt, sondern schrieb auch seine ersten Kapitel über die “Geographie der Gewächse”, wo erstmalig der Zusammenhang von mannigfaltigen Vegetationszonen auf ihren jeweils unterschiedlichen Höhenlagen (siehe auch > Klima) erörtert wird: Die feuchtheiße Tieflandzone, die gemäßigte Zentralzone, und die kalte Hochlandzone. Diese wiederum weisen entgegengesetzte, jedoch voneinander abhängige Ökosysteme auf, die auch innerhalb der Hauptzonen variieren, und so ein kompliziertes ökologisches Gleich-gewicht schaffen. Mit der Herausgabe seiner phytologischen Schriften über das perfil altitudinal de la distribución de la vegetación, inspiriert im abrupten Übergang vom Meer bis hin zum Gipfel des Chimborazo, schuf Humboldt praktisch die Grundlage für die heutige moderne Pflanzenkunde.

Zu seinen ständigen Begleitern gehörte der französische Botaniker Aimé Bonpland, sowie der wissenschaftliche Assistent Francisco de Caldas aus Kolumbien, und der ekuadorianische Adlige Carlos Montúfar. Im weiteren Verlauf seiner Amerikareise (1799-1804) gelangte Humboldt und seine Mitreisenden nach Peru, Mexiko und die Vereinigten Staaten. Nach seinen Abenteuern ließ er sich in Paris nieder, wo auch die umfangreichsten seiner Werke veröffentlicht wurden. Hochgeehrt im Alter von 89 Jahren, starb er am 6. Mai 1859 in seiner Geburtsstadt Berlin.

Südamerika-Expedition

Mit der im Jahre 1799 in Cumaná - Venezuela begonnenen Expedition des deutschen Baron Alexander von Humboldt, nahm das zu neuem Leben erwachte naturgeographische Studium des Kontinents zum erstenmal wissenschaftliche Ausmaße an. Humboldts de-taillierte Reiseberichte, Dokumentationen und Studien, über Landschaften, Klima, Pflan-zen und Meeresströmungen, brachten ihm sogar die Bezeichnung “Wiederentdecker” Südamerikas ein.

Im Anschluß an seine Expeditionen durch Venezuela, Kuba, und Kolumbien, gelangte Humboldt am 2. Januar 1802 nach Ecuador. Von Quito aus, wo er in der Sommerresidenz des Marqués Juan Pío Montúfar lebte, begann Humboldt die innerandine Region zu er-kunden, welche er begeistert “Straße der Vulkane” (siehe auch > Bergwelt) nannte. Es wäre ihm um ein Haar sogar die Erstbesteigung des Chimborazo gelungen, dem damals “höchsten” Berg der Erde. Auf einer Höhe von 5.850 m musste er aufgrund von starken Schneeverwehungen und einer unüberwindbaren Eisspalte wieder kehrtmachen.

Zitate

Humboldt und Aime Bonpland am Fuß des Vulkans Chimborazo, Gemälde von Friedrich Georg Weitsch (1810)

Werke

Einige nicht repräsentative Zitate über Alexander von Humboldt von berühmten Persön-lichkeiten seiner Zeit.

- Wilhelm von Humboldt: „Alexander ist gemacht, Ideen zu verbinden, Ketten von Din-gen zu erblicken, die Menschenalter hindurch, ohne ihn, unentdeckt geblieben wären. Un-geheure Tiefe des Denkens, unerreichbarer Scharfblick, und die seltenste Schnelligkeit der Kombination.“

- Charles Darwin: „Er war der größte reisende Wissenschaftler, der jemals gelebt hat.“ - „Ich habe ihn immer bewundert; jetzt bete ich ihn an.“

- Johann Wolfgang Goethe: „Humboldt überschüttet uns mit geistigen Schätzen.“

- Friedrich Schiller: „Alexander imponiert sehr vielen und gewinnt im Vergleich mit seinem Bruder meistens, weil er ein Maul hat und sich geltend machen kann.“

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Simón Bolívar: „Alexander von Humboldt hat Amerika mehr Wohltaten erwiesen als alle seine Eroberer, er ist der wahre Entdecker Amerikas.“

- Napoleon Bonaparte: „Sie beschäftigen sich mit Botanik? Auch meine Frau betreibt sie!“

- Claude Louis Berthollet: „Dieser Mann vereint in sich eine ganze Akademie.“

- Thomas Jefferson: „Ich sehe in ihm den bedeutendsten Wissenschaftler, den ich je getroffen habe.“

- Emil Du Bois-Reymond: „Jeder strebsame Gelehrte ist Humboldts Sohn. Wir alle sind seine Familie.“

- Kosmos: Entwurf einer physischen Weltbeschreibung
ISBN 3-8218-4549-X

- Vues des Cordillères et Monuments des Peuples Indigènes de l’Amérique
ISBN 3-8218-4538-4

- Ansichten der Natur
ISBN 3-8218-4741-7