Bis 1533 Das heutige Ecuador war Teil des Inkareiches.
1533/1534 Eroberung durch Spanien. Ecuador gehörte als "Audiencia de Quito" zum spanischen Vizekönigreich Peru, später zu Neugranada.
24.05.1821 Mit dem Sieg über die Spanier am Berg Pichincha bei Quito durch Bolívars Feldmarschall Antonio José Sucre wird die spanische Herrschaft beendet.
1830 Nach der Auflösung Großkolumbiens (Venezuela, Kolumbien, Ecuador) ist Ecuador selbständige Republik. Es folgen politisch bewegte Jahre. Kirchentreue Konservative, antiklerikale Liberale und Militärs lösen sich in der Führung des Landes ab.
1898 - 1911 Mit Unterbrechungen Regierungszeit des liberalen Präsidenten Eloy Alfaro, der 1911 ermordet wurde; Einführung von Zivilehe und Religions-freiheit.
Ab 1934 Der Liberale José María Velasco Ibarra wird fünfmal zum Staats-präsidenten gewählt (1934, 1944, 1959, 1960 und 1968), kann sich aber nur einmal die volle Wahlperiode hindurch in diesem Amt halten. Er beeinflusst gleichwohl über 40 Jahre die Politik des Landes.
1941 Peruanisch-Ecuadorianischer Krieg.
29.01.1942 Im Protokoll von Río de Janeiro verliert Ecuador fast die Hälfte seines Territoriums an Peru.
1960 Präsident Velasco Ibarra erklärt diesen Vertrag für "null und nichtig".
1972 – 1979 Sturz Ibarras durch die Streitkräfte, anschließend Herrschaft gemäßigter Militärs.
1979 Ecuador zählt zu den ersten Ländern Lateinamerikas, die sich von der Militärdiktatur abwenden und redemokratisieren. Durch Volksentscheid wird die 17. Verfassung in Kraft gesetzt, anschließend Jaime Roldós zum Staatspräsidenten gewählt.
1979-1997 Vizepräsident Osvaldo Hurtado wird nach Unfalltod von Roldós für die Jahre 1981 bis 1984 Staatspräsident. Ihm folgen von 1984 bis 1988 der Rechtsliberale León Febres-Cordero, von 1988 bis 1992 der Sozial-demokrat Rodrigo Borja und von 1992 bis 1996 Sixto Durán Ballén, der sein Amt an Abdalá Bucarám Ortíz übergibt.
Anfang 1995 Grenzkonflikt mit Peru, der erst durch Intervention der Garantenmächte des Río-Protokolls mit einem Waffenstillstand beigelegt wird.
05.02.1997 Nach einem Generalstreik setzt der Nationalkongress mit Unterstützung der Streitkräfte Bucarám als Staatspräsident ab. Nachfolger wird der damalige Parlamentspräsident, Dr. Fabián Alarcón Rivera.
Mai 1997 Per Volksentscheid wird die Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung (Asamblea Nacional) beschlossen, die im Mai 1998 die neue (20.) Verfassung verabschiedet.
12.07.1998 Jamil Mahuad wird zum neuen Präsidenten gewählt. (Knapper Sieg gegen Alvaro Noboa).
26.10.1998 Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Peru durch die Staats-präsidenten Mahuad und Fujimori und die 4 Garantenmächte, mit dem die Grenzziehung abschließend festgelegt wird.
21.01.2000 Nach Protesten von Indigenen Sturz des Präsidenten durch Obristen-putsch. Nachfolger wird am 22.01.2000 der bisherige Vizepräsident Gustavo Noboa.
24.11.2002 Lucio Gutiérrez wird in der Stichwahl (geg. Alvaro Noboa) zum neuen Präsidenten gewählt.
15.01.2003 Amtsantritt Staatspräsident Gutiérrez.
20.04.2005 Auf dem Höhepunkt einer Protestwelle gegen die Regierung wegen Korruption und Verletzung der Rechtsstaatlichkeit wird Staatspräsident Gutiérrez vom Parlament seines Amtes enthoben. Als Übergangs-präsident wird der bisherige Vizepräsident Alfredo Palacio vereidigt.

 

Kurzüberblick

licher Weg war durch hohe politische und territoriale Instabilität gekennzeichnet. Die unablässige Abfolge zahlreicher Putsche und Staatsstreiche reicht bis in heutige Zeit. Im 19. Jahrhundert kam es immer wieder zu kürzeren Bürgerkriegsepisoden, eine Entwick-lung, die nach der Mitte des Jahrhunderts durch die klerikale Diktatur des Gabriel García Moreno für einige Jahre unterbrochen werden konnte. In der Gegenreaktion gelang es Eloy Alfaro am Ende des Jahrhunderts, eine erste radikalliberale Regierung zu etablieren.
Während des gesamten 20. Jahrhunderts verlor Ecuador in schneller Folge weitreichende Territorien an seine Nachbarn, das letzte Mal noch 1998 an Peru.

Das heutige Staatsgebiet von Ecuador umfasste in präinkaischer Zeit mehrere kleine voneinander weitgehend unabhängige Stammesgebiete zwischen den Großreichen der Chimu im Süden und der Chibcha im Norden. Im 15. Jahrhundert überrannten die Inka das gesamte Gebiet bis in die Gegend von Pasto (heute Süd-Kolumbien) und etablierten den Hauptort Quito als nördliche Hauptstadt ihres Reiches. Von hier aus errang der letzte Inkakaiser Atahualpa in einem kurzen Bürgerkrieg gegen seinen Bruder Huáscar die Macht. Im Zuge der Conquista eroberte kurz darauf Sebastian de Benalcazar, ein Hauptmann des Francisco Pizarro, die Gebiete zwischen dem heutigen Peru und dem Chibchareich und gründete 1534 die heutige Hauptstadt San Francisco de Quito. Von hier aus entdeckte die Expedition des Gonzalo Pizarro 1546 den Amazonas, weshalb Ecuador immer wieder letztlich vergeblich Anspruch auf einen Zugang zu diesem Strom erhoben hat. Als Vorläufer des heutigen Ecuador bestand während der gesamten Kolonialzeit die Real Audiencia de Quito, die abwechselnd und mit oft unbestimmtem Status und noch weniger bestimmten Grenzen zum Vizekönigreich Perú oder zum Vize-königreich Neugranada ("Kolumbien") gerechnet wurde. Im Jahre 1802 bereiste und erforschte Alexander von Humboldt die Gegend und bestieg den Pichincha sowie die Hänge des Chimborazo. Das Ende der kolonialen Herrschaft kam, als Marschall Antonio José de Sucre, ein Leutnant des Simón Bolívar, die Spanier im Jahre 1822 in der Schlacht am Pichincha bei Quito schlug und aus dem Land vertrieb. Am 24. Mai 1822 wurde das Gebiet des heutigen Ecuadors als südlicher Teil von Gran Colombia (heute Ecuador, Kolumbien, Venezuela und Panama) von Spanien unabhängig.

Die Republik Ecuador entstand im Jahre 1830 durch den Zerfall von Gran Colombia. Die Namensgebung geht auf die französisch-spanische Expedition (unter Beteiligung von Charles Marie de La Condamine, Pierre Bouguer, Louis Godin, sowie von Jorge Juan und Antonio de Ulloa) zurück, die noch im 18. Jahrhundert unter anderem zum ersten Mal die genaue Lage des Äquators vermessen hatte. Erster Präsident der Republik Ecuador wurde General Juan Jose Flores. 1832 besetzte und annektierte Ecuador die bis dahin mehr oder weniger unbewohnten und herrenlosen Galapagos-Inseln, die in etwa 1000 km Entfernung vor der Küste des Landes liegen. Drei Jahre später, 1835 besuchte Charles Darwin im Rahmen der britischen Expedition der Beagle die berühmte Insel-gruppe und sammelte dort Erkenntnisse, die ihn später zur Entwicklung der Evolutions-theorie führten. Die gesamte weitere Geschichte des Landes war durch die schroffen Gegensätze zwischen Liberalen und Konservativen, Großgrundbesitzern und der indigenen landlosen Bevölkerung, Mestizen und Indianern, den rückständigen Provinzen und den Städten, dem Hochland und der Küste sowie der Konkurrenz zwischen der Hauptstadt Quito und der größten Hafenstadt Guayaquil geprägt. Diese Gegensätze bewirkten eine mehr oder weniger bis heute durchgängig chaotische politische Entwick-lung, die in kurzer Folge immer wieder durch Putsch und Gegenputsch, kurzen Bürger-kriegsepisoden und regionalen Partikularismus gekennzeichnet war. Zeitweise "regierten" in Ecuador bis zu drei "Präsidenten" gleichzeitig, das letzte Mal noch im Jahre 1997. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts errichtete Präsident García Moreno eine rigide katholische Diktatur, die Ende des 19. Jahrhunderts von der liberal-revolutionären Herr-schaft des Bürgerkriegsgenerals Eloy Alfaro ersetzt wurde. Auch im 20. Jahrhundert lösten sich Militärdiktaturen und zivile Regierungen in raschem Wechsel ab. Im Durchschnitt wurde die jeweilige Regierung etwa alle eineinhalb Jahre durch einen militärischen Putsch oder zivilen Staatsstreich gestürzt, was Ecuador den Ruf der klassischen Bananen-republik einbrachte.

Eine bedeutendere Rolle spielte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hierbei der Konservative Velasco Ibarra, der seit den vierziger Jahren insgesamt fünfmal Präsident war und zuletzt erst 1972 in Zusammenhang mit der Entdeckung größerer Erdölvorräte im Amazonas-Tiefland durch den Putsch des Generals Rodríguez Lara endgültig gestürzt wurde. Ecuador trat der OPEC bei. Die Nachfolger dieser zunächst relativ stabilen selbst ernannten "national-revolutionären" Militärdiktatur wurden später durch den frei gewählten sozialdemokratisch orientierten Präsidenten Jaime Roldós Aguilera abgelöst, der selber wiederum bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz 1981 umkam. Auch die spätere Präsidentschaft seines korrupten "roldosistischen" Erben Abdalá Bucaram endete im Jahr 1997 im Fiasko, als der Präsident nach einem konservativen Staatsstreich voll-kommen diskreditiert fluchtartig das Land Richtung Panama verlassen musste. Eine neue Konstellation ergab sich, als in der Folge linksgerichtete Militärs in seltener Koalition mit indianischen Gruppen im Jahr 2000 erneut putschten und den Präsidenten Jamil Mahuad Witt stürzten. Der alte Gegensatz zwischen liberalen und konservativen Kräften spiegelt sich auch heute noch im Machtkampf zwischen den städtischen Eliten und den neuen sozialen Bewegungen der indianischen Bevölkerung wieder, deren Repräsentant der frühere Putschist von 2000 und heutige Präsident Lucio Gutiérrez zu sein vorgibt.

Die notorische politische Instabilität des Landes machten sich auch auswärtige Mächte immer wieder zunutze, nicht zuletzt weil in den weitgehend unerschlossenen Urwald-gebieten im Osten des Landes bekannte oder vermutete Erdöl-Lagerstätten lockten. So verlor Ecuador 1904 große Teile seines nominellen Staatsgebiets im Norden und Osten an seine Nachbarländer Peru und Kolumbien, wobei es diese Gebiete nie wirklich kontrolliert hatte. 1941 marschierte die peruanische Armee in den Süden von Ecuador ein, brannte die Stadt Santa Rosa nieder, besetzte den wichtigen Bananenhafen Machala und bedrohte Guayaquil. Ecuador musste daraufhin 1942 im Vertrag von Rio de Janeiro die Hälfte seines verbliebenen Territoriums an Peru abgeben, wobei auch hier wieder großenteils Gebiete vor allem im Osten und Südosten am Amazonas betroffen waren, in denen eine ecuadorianische Verwaltung seit der Kolonialzeit de facto nie bestanden hatte. Der letzte Grenzkrieg mit Peru um das Gebiet der Cordillera del Condor am Río Cenepa, entzündete sich 1995 an Streitigkeiten um die Auslegung dieses Vertrages und wurde offiziell erst 1999 durch einen nunmehr als "endgültig" bezeichneten Grenz- und Friedensvertrag beendet.

Ab 1995 führten die US-Amerikaner hier die verdeckte Operation "Safe Border" durch, um Ölförderanlagen und Pipelines gegen Auswirkungen der Grenzscharmützel zu sichern. In jüngster Zeit droht Ecuador unverschuldet eine Verwicklung in den kolumbianischen Bürgerkrieg, da die Rebellen der FARC die Nordgrenze des Landes immer wieder überschreiten, um die unwegsamen Gebiete südlich des Putumayo als Ruheraum zu missbrauchen. Weiter haben die USA im Jahre 2000 eine Marinebasis an der Pazifik-küste in Manta errichtet, um von dort aus kolumbianische Coca-Felder aus der Luft zu vernichten und die Guerillas zu bekämpfen. Ecuador gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat. Ecuador gab im Jahre 2000 seine eigene Währung, den Sucre, auf und führte den US-Dollar als offizielles Zahlungsmittel ein. Dies führte jedoch zu Protesten der Bevölkerung.

Historischer Ablauf in Ecuador

Das Gebiet Ecuadors war vor der Koloniali-sierung zunächst in mehrere kleinere unab-hängige Indianersstaaten aufgeteilt. Erst Ende des 15. Jahrhunderts eroberten die Inka das gesamte Land, wurden aber bereits Anfang des 16. Jahrhunderts wiederum von den Spaniern unterworfen. Während der Kolonial-zeit nahm die "Real Audiencia de Quito" das heutige Gebiet Ecuadors ein. Das Land er-kämpfte sich unter Simón Bolívar und Antonio José de Sucre 1821 die Unabhängigkeit von Spanien und gehörte bis 1830 zu Großkolum-bien. Sein weiterer eigenständiger geschicht-