Pflanzenwelt

Papageien, 30 Raubvogelarten, Kolibris kommen in Ecuador vor, das sind doppelt so viele wie in ganz Europa an Vogelarten leben. Bislang sind 379 Reptilienarten bekannt, darunter mehr als 200 Schlangen. Bekannt ist die vom Aussterben bedrohte 8-9 m lange ungiftige Anakonda, die in Sümpfen des Amazonastieflandes lebt. 402 Amphibienarten sind in Ecuador beheimatet. Die Insektenwelt Ecuadors ist bislang wenig erforscht: Blatt-schneiderameisen, Gottesanbeterinnen, Riesenlibellen, Nachtfalter und unzählige Schmet-terlinge finden in den unterschiedlichen Regionen ihren Lebensraum.


von Volker Feser, Reisebuchautor

eisbedeckt. Niedriger Bergregenwald findet sich an den West- und Ostandenhängen auf 700 bis 2.500 m Höhe. Hier wachsen viele Orchideen, Bromelien, Moose oder Flech-ten meist epiphytisch auf Bäumen, Sträuchern oder Felsen ohne Kontakt zum Boden. Der Nebelwald beginnt bei etwa 2.500 Metern und reicht bis ungefähr 3.400 bis 3.600 Meter Höhe. Der Norden des Hochlandbeckens ist landwirtschaftlich stark genutzt. Dort über-wiegen Graslandschaften, die von einem aus Afrika eingeführten Gras (Melinis menuti-flora) dominiert werden. Häufig werden auch schnellwachsende Eukalyptus (Eucalyptus globulus) Bäume in Monokulturen angebaut. Eukalyptus wurde 1860 aus Australien ein-geführt und dient der Holzproduktion. Seit ungefähr 100 Jahren werden Kiefern (Pinus patula, P. radiata) aus Mexiko und Kalifornien gepflanzt. Kiefern- und Eukalyptusplanta-gen laugen die Böden aus und wie eine Studie belegt, verschlechtert den hohen Wasser-bedarf den Wasserhaushalt des Bodens in den nördlichen Tälern des Andenraums. In Südecuador ist auf 2.000 bis 3.000 Meter Höhe durch menschliche Einflüsse eine Busch-vegetation mit niedrigen Bäumen entstanden. Das Klima ist hier meist trockener als in den nördlichen Andentälern und der Boden weniger fruchtbar.

3) Vegetation im Regenwald
Tieflandregenwälder zeichnen sich klimatisch durch eine Niederschlagsmenge von etwa 3000 mm pro Jahr aus, es gibt keine Trockenzeiten, die Niederschlagsmenge ist in keinem Monat niedriger als 100 mm. Das immergrüne Kronendach des Tieflandregen-waldes liegt auf 30 m Höhe. In Ecuador finden sich die Tieflandregenwälder sowohl im Norden und im Amazonasgebiet. Die Baumvielfalt in der Provinz Esmeralda liegt bei 100 bis 120 Baumarten pro Hektar, im Amazonasgebiet ist sie mit 200 bis 240 Baumarten pro Hektar doppelt so hoch. Zum Vergleich: in ganz Deutschland kommen etwa 150 Baumarten vor. In Nordwestecuador ist dagegen die Epiphytenvielfalt höher: Am Río Palenque fanden Wissenschaftler auf nur 0,1 Hektar 127 Epiphytenarten, im Amazonas-gebiet wurden auf einem Hektar 172 Epipyten bestimmt.
2) Vegetation in den Anden
Die Kordilleren sind ab einer Höhe von 3.400 bis 4.000 m gekennzeichnet durch baumlose Páramo-Gebiete, das heißt durch tropisch-alpine Gras- und Heidelandschaften. Ab einer Höhe von 4.000 bis 4.500 m sind Polsterpflanzen, riesige Rosetten-pflanzen der Gattung Espeletia (diese kommen nur in Nordecuador vor) und niedrige Büsche vorherr-schend. Ab 4.500 Meter überlebt aufgrund der tiefen Nachttemperaturen fast keine Pflanze mehr und über 5.000 Meter sind die Gipfel schnee- und

Tierwelt

In Ecuador wurden bislang mehr als 16.000 Pflanzenarten bestimmt. Nach Schätzungen kommen weltweit etwa 250.000 Gefäßpflanzen vor. Dies bedeutet, dass man über sechs Prozent der auf der Welt vorkommenden pflanzlichen Arten auf einer Fläche findet, die nur 0,2 Prozent der Weltfläche ausmacht. 20 Prozent der Flora ist endemisch, d. h. sie ist nur in dieser Region Ecuadors anzutreffen und kommt nirgendwo sonst auf der Welt vor.

1) Vegetation der Küste
Trockene Buschvegetation ist kennzeichnend für die Küstenwüste und Halbwüsten mit einer Niederschlagsmenge unter 300 mm im Jahr und einer Trockenzeit von neun Monaten. Die wertvollen Mangrovenwälder an der Pazifikküste haben sich an Ebbe und Flut, an das Salz- und Brackwasser sehr gut angepasst. Mangroven sind Laichplatz und Kinderstube für Garnelen, zahlreiche Fische, Muscheln und Krebse u. a. Sie werden für Shrimpfarmen zerstört, so dass an der Küste Ecuadors nur noch wenige Wälder in der Provinz Esmeralda und am Golf von Guayaquil erhalten sind. Die Savannengebiete (mit 800-1200 mm Niederschlag im Jahr und einer siebenmonatigen Trockenzeit) werden landwirtschaftlich stark beansprucht. Vermutlich war hier früher Grasland mit einzelnen Bäumen vorherrschend. Trockene Laubwälder bzw. Trockenwälder mit einem relativ geschlossenen Kronendach finden sich in der gleichen Region auf den flachen und stein-igen Böden der Berghänge. Die meisten Bäume werfen während der langen Trockenzeit ihr Laub ab. "Halb-Laubwälder" oder tropische Feuchtwälder, finden sich im Osten der Küste zu den Anden hin (Niederschlag: 1500 bis 2500 mm, Dauer der Trockenzeit:
3 Monate) und bedeckten früher große Flächen der Küste, die heute teilweise landwirt-schaftlich genutzt werden. Einige der Bäume werfen ihre Blätter während der Trockenzeit ab, andere behalten sie.
In Ecuador leben über 324 Säugetiere (25 davon sind endemisch, leben also nur in Ecuador), darun-ter 17 Affenarten, Nagetiere und Fledermäuse, je-weils drei Tapirarten (darunter der vom Aussterben bedrohte kuhgroße Bergtapir Danta del Monte) und Ameisenbären, Brillenbären (darunter der sel-ten gewordene Oso de Anteojos, der im Anden-raum lebt), Pumas (bedrohte Tierart), Jaguare (be-droht), Ozelote, Dachse, Wiesel, Gürteltiere, Was-serschweine, Seelöwen, Walhaie und Flussdel-phine. Etwa 1600 Vogelarten, darunter zahlreiche