1. Chimborazo (6.310 m)
Der Chimborazo ist der höchste Berg des Landes und einziger 6.000er in den ekuadorianischen Anden. Aufgrund der Erdkugelausbeulung im Äquatorbereich galt er irrtümlich lange als das “Dach der Welt”. Sein höchster Gipfel ist weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der des 8.848 m hohen Mount Everest. Aus präkolumbischen Sprachen übersetzt hat das zusammengesetzte Wort. Chimborazo gleich mehrere Bedeutungen: “Frau aus Eis”, “Kalter Göttersitz” oder “Heiliger Wind des Mondes”.
2. Cotopaxi (5.897 m)
Der 5.897 m hohe Cotopaxi ist weltweit der höchste freistehende Vulkankegel in Aktivität. Aus dem Quechua übersetzt bedeutet das zusammengesetzte, teils unterschiedlich interpretierte Wort etwa “Sanfter Nacken des Mondes”. Bereits die ersten kolonialen Schreiber gaben Zeugnis von der zerstörerischen Tätigkeit dieses harmonisch geformten Kegel.

3. Cayambe (5.790 m)
Der längst erloschene Vulkanriese ist nicht nur der dritt-höchste Berg des Landes, sondern auch der dritthöchste beider Amerikas nördlich des Äquators. Der Äquator verläuft genau durch seine Südflanken auf etwa 4.600 m. Somit stellt der Cayambe weltweit auch die höchste Erhebung auf der Äquatorlinie dar.

4. Antisana (5.704 m)
Der Antisana ist der vierthöchste Berg in Ecuador. Der breite Gipfel verfügt über vier unterschiedliche Spitzen, die Teil des Kraterrands sind. Der Krater selbst ist mit Glet-schereis gefüllt und scheint nicht mehr aktiv zu sein, wo-rüber die Experten aber geteilter Meinung sind.

5. El Altar (5.404 m)
In der Quetchua-Sprache heißt der Altar Cápac Urco, “Herrscher der Berge”. Indianische Legenden behaupten, dass er zu Urzeiten einmal höher als der Chimborazo war. Ein unvorstellbares Mega-Beben hätte den Krater zum Einsturz gebracht, und ein “neunzackiges Halbrund” hinter-lassen.

6. Illiniza Sur (5.263 m)
In prähistorischen Zeiten waren die Illinizas ein einheitliches Vulkangebilde, dessen Spitzen heute durch einen fast zwei Kilometer langen Sattel getrennt sind und im bergsteigerischen Sinne ganz unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen.

7. Sangay (5.230 m)
Der Sangay zählt zu den aktivsten Vulkanen auf dem ame-rikanischen Kontinent. Sein perfekt geformter Kegel ist an klaren Tagen sowohl vom “Oriente” als auch vom Hoch-land aus zu sehen. Seine Besteigung gilt als ungemein riskant.

8. Illiniza Norte (5.116 m)
Der Nordgipfel der Illiniza-Zwillinge ist weitgehend eisfrei, und deshalb leicht zu besteigen. Jedoch können Schnee-fälle den Aufstieg erschweren und manchmal unmöglich machen.

9. Carihuayrazo (5.020 m)
Der Schwesterberg des Chimborazo liegt zehn Kilometer zu dessen Nordostseite. Er besteht aus zwei Hauptspitzen, der zentralen Maxim, die mit 5.020 m die höchste ist, und Mocha im Südosten.

10. Tungurahua (5.016 m)
Die schneebedeckte Spitze des Tungurahua liegt etwa zehn Kilometer südlich von Baños. Unter Gipfelstürmern wird der rauchende Berg eher als anormal eingestuft. Er gilt einerseits als “sehr einfach” und andererseits als “einer der härtesten”.

Die beiden Gebirgsketten (cordilleras) der ecuadorianischen Anden breiten sich auf etwa 100 mal 700 Kilometer in Nord-Süd-Richtung aus und erreichen dabei eine maxi-male Höhe von 6.310 Meter am Chimborazo. Gleichzeitig verjüngen sich die Cordilleras bei abnehmender Höhe gen Süden des Landes auf einen einzigen breiten Gebirgszug von nur noch gut 3.000 Meter Höhe. Die meisten "wichtigen" Berge liegen an der "Straße der Vulkane".

Die zehn höchsten Berge in Ecuador

Panamericana Sur - Die Straße der Vulkane

Zwei ausgeprägte, parallel verlaufende Kordilleren-stränge (Occidental und Oriental) bilden zwischen Quito und Cuenca die nach Alexander von Humboldts Wortschöpfung benannte Avenida de los Volcanes, den geographisch profiliertesten Abschnitt des innerandinen Hochbeckens. Zwi-schen diesen beiden Bergketten liegt das Hoch-land auf 2.000 bis 3.000 m Höhe. Auf einer Fahrt über die Panamericana Sur, die sich inmitten dieser beiden Gebirgsketten durchschlängelt, kann der Betrachter an einem besonders schönen Tag ein halbes Dutzend Schneeriesen unter dem azur-

Die Besteigung des Cotopaxi

blauen Äquatorhimmel entdecken. Südlich von Quito ziehen sich linker Hand die Fünf-tausender-Gipfel des Antisana, Sincholagua, Cotopaxi, Tungurahua und El Altar hin, rechter Hand der Guagua Pichincha, die beiden Illinizas, der Carihuairazo und der 6.310 m hohe Chimborazo. Dazwischen liegen jeweils noch andere, ganzjährig schnee-freie Vulkangipfel: im Osten die Viertausender des Pasochoa, Rumiñahui und Quilin-daña, im Westen der Atacazo, Corazón und Yanaurcu.
Die vermutlich ersten Menschen auf dem Krater-rand waren der Deutsche Wilhelm Reiss und sein kolumbianischer Gefährte Angel Escobar im Jahre 1872. Den beiden Gipfelpionieren gelang der Aufstieg über einen frisch erkalteten Lavastrom an der Westseite des Berges. Genau ein Jahrzehnt später erreichte auch der Engländer Edward Whymper von Norden her den rauchenden Schlot, auf dessen Rand er sogar übernachtete. Die von ihm eingeschlagene, insgesamt etwa zehnstündige Marschroute wird von den allermeisten Cotopaxi-Besteigern bis auf den heutigen Tag benutzt.
Aufstieg: Jede Seilschaft beginnt mit dem Aufstieg gegen ein Uhr früh. Die Route führt direkt hinter der Schutzhütte Refugio José E. Ribas den Schutt- und Sandhang hinauf. Hierbei gilt es unter Umständen, eine überlappende Eiswand zu überwinden. Auf 5.100 m quert man nach rechts auf den Gletscher; die Route verläuft dann zwischen eindrucksvollen Spalten hindurch und folgt einigen schwach ausgeprägten Rippen, direkt auf die charak-teristische Felswand Yanasacha zu, die man schon von weitem sieht. Bei ca. 5.700 m quert man unter einem interessanten Eiszapfen-Vorhang nach rechts, um eine steile Flanke anzugehen. Oben schließt eine nicht sehr große, aber sehr hinderliche Spalte diese Flanke ab. Im Juli 2003 wurde sie direkt durchstiegen, spätestens hier braucht man ganz sicher das Seil. Danach wird es wieder einfacher, aber der gleichmäßige Gipfel-hang dürfte nochmals an die hundert Meter hoch sein. Leichte Schwefelgerüche begrüßen dann die Andinisten beim Erreichen des Kraterrandes (weitere Informationen zur Bestei-gung des Cotopaxi hier > Cotopaxi-Bericht).
Akklimatisierung
Es ist nicht gerade ratsam, direkt von Quito aus eine Cotopaxi-Besteigung angehen zu wollen. Der Sprung in der Übernachtungshöhe von 2.800 m (Quito) auf 4.800 m (Cotopaxi-Hütte) wird eventuell zu anhaltenden Kopfschmerzen und Übelkeit in der „Aufstiegsnacht“ führen. Eigentlich sollte nicht mehr als 600–800 m höher als an der vorherigen Schlafstätte übernachtet werden. Durch einen plötzlichen Aufstieg zum Gipfel noch in der gleichen Nacht kann sich ein noch einigermaßen erträglicher Zustand verschlimmern und im extremen Fall sogar zur Höhenkrankheit Soroche führen. In der Regel hilft bereits ein Abstieg von wenigen hundert Metern, so dass sich die Symptome wieder legen. Möglichkeiten zur Akklimatisierung für Aktivitäten in großen Höhenlagen gibt es zur Genüge: z. B. zuerst einmal ein dreitägiger Aufenthalt in Quito, danach vielleicht ein Ausflug zu den Thermalquellen von Papallacta oder eine Tageswanderung von La Esperanza zur Laguna Cubilche oder auf den Imbabura. Als endgültige Eingehtour für den 5.897 m hohen Cotopaxi bieten sich der aktive Vulkan Guagua Pichincha, der Corazón oder der Illiniza Norte bei Machachi an.

Höhenangaben der wichtigsten Berge

Vulkanismus

Berg / Vulkan Höhe (ü. d. M)
Chimborazo 6.310 m
Cotopaxi*
5.897 m
Cayambe* 5.790 m
Antisana* 5.704 m
El Altar* 5.404 m
Illiniza Sur 5.263 m
Sangay* 5.230 m
Illiniza Norte 5.116 m
Carihuayrazo 5.020 m
Tungurahua* 5.016 m
Cotacachi 4.939 m
Sincholagua 4.893 m
Quilindaña 4.878 m
Morurco 4.840 m
Guagua Pichincha* 4.794 m
Corazón 4.788 m
Chiles 4.768 m
Rumiñahui 4.712 m
Rucu Pichincha 4.680 m
Sara Urco 4.676 m
Imbabura 4.609 m
Hermoso 4.571 m
Las Puntas 4.452 m
Atacazo 4.410 m
Mojanda 4.261 m
Pasochoa 4.200 m
Quilotoa 3.914 m
Sumaco* 3.900 m
Reventador* 3.485 m
Cuicocha 3.377 m
Pululahua 3.356 m
Wolf 1.646 m
* bedeutet aktiver oder potenziell aktiver Vulkan





Durch tektonische Verwerfungen der Nasca- und der Südamericana-Platten, die in Ecuador aufeinander treffen, kommt es immer wieder zu Vulkanausbrüchen. Neun der 30 Vulkane in Ecuador sind auch heute noch mit unterschiedlicher Intensität aktiv. 1999 brach der Vulkan Guagua Pichincha aus und bedrohte Quito. Ende des gleichen Jahres mussten die Bewohner der Stadt Baños wegen des Ausbruchs des Tungurahua evakuiert werden.